Fachartikel

Weniger ist manchmal mehr

Wer Alternativen zur konventionellen Landwirtschaft sucht, der reinen ökologischen Lehre aber nicht folgen kann, für den mag die Hybridlandwirtschaft ein Weg sein. „Das Beste aus zwei Welten“, nennt das der Ackerbauer des Jahres 2020, Stefan Leichenauer, den eine ganz persönliche Geschichte zum Umdenken brachte. Die Kombination aus heute Bewährtem und altem Wissen in neuem Gewand bringen ihm gute Ernten. Und dank regionaler Vermarktung rechnet sich das Ganze.

Wenn Stefan Leichenauer über seine achtgliedrige Fruchtfolge spricht, ist ihm der Stolz, seinen eigenen Weg hin zu einer nachhaltigen und regional ausgerichteten Landwirtschaft gefunden zu haben, anzumerken. Dazu hat er einige der sonst üblichen Praktiken auf seinem „Lauterbach-Hof“ über Bord geworfen. Der Betrieb, traumhaft eingebettet in eine Postkartenlandschaft des Schwarzwaldes, liegt in Tengen, etwa 40 km vom westlichen Zipfel des Bodensees entfernt.

Leichenauer hat sich einer Landwirtschaft zugewandt, die in Fachkreisen als Hybridlandwirtschaft bezeichnet wird. Er selber fremdelt mit dem Begriff, der Modernes suggeriert, für ihn aber eher eine Rückbesinnung auf altes Wissen ist. Für den 45-jährige Landwirt vereint sich darin das Beste aus zwei Welten, nämlich der konventionellen und der ökologischen Landwirtschaft. „Orientierung an Bio ja, aber eben nicht die reine Lehre“, lautet seine Devise. Eine Parallele zu den Bioanbauern sieht er aber doch: „Es muss klick machen im Kopf. Wer das aus rein ökonomischen Erwägungen macht, wird es schwer haben.“ Für ihn steht fest: „Landwirtschaft nach Schema F geht heute nicht mehr.“ Die Jury eines Agrarverlages hat seine Arbeit überzeugt. Sie verlieh ihm den Titel „Ackerbauer des Jahres 2020“.

Sein Weg dorthin war nicht einfach und von persönlichen Schicksalen begleitet. Bis 2014 bewirtschafteten sein Vater und er 170 Hektar (ha) Ackerland und betreuten 35 Milchkühe. Viel Arbeit für beide, aber der Junior hatte unbändige Kraft und aufgrund der Doppelspitze auf dem Hof auch die Zeit, sich im Landesbauernverband zu engagieren. Leichenauer war präsent und bekannt. „So einer gehört in die Landespolitik“, hieß es damals, und die ihm nahestehende Partei machte ihm Avancen.

15 Jahre lief das rund, bis der Vater vor sieben Jahren plötzlich verstarb – und von jetzt auf gleich veränderte sich alles. Er stand alleine in der Verantwortung für den Hof. Was vorher vier Schultern trugen, lastete nun allein auf seinen. Ein Jahr, das Trauerjahr, hielt Leichenauer das durch, auch weil er tatkräftig von der ganzen Familie unterstützt wurde, insbesondere den beiden Brüdern und der Ehefrau. Am Ende aber rebellierte der Körper, beim Mähdreschen kam es zum Zusammenbruch. Diagnose: Burn-Out.

Es dauerte seine Zeit, bis Leichenauer wieder Tritt fasste. Mithilfe von Stressseminaren der Berufsgenossenschaft, einer Heilpraktikerin und der Naturmedizin kam die alte Stabilität langsam zurück. Und es wuchs die Erkenntnis, etwas verändern zu müssen. „Die Zeit war reif, Hof und Leben neu zu sortieren“, sagt er heute im Rückblick. Alles kam auf den Prüfstand, und bei den Entscheidungen gab es keine Tabus: Die arbeitsintensiven Milchkühe wurden gegen genügsamere Mastbullen getauscht, die bis dato noch zusätzlich erledigten Lohnarbeiten eingestellt und das ehrenamtliche Engagement stark zurückgefahren. Wichtigster Schritt aber war wohl die Verkleinerung der Betriebsfläche auf 145 ha, auf denen der Anbau komplett umgekrempelt wurde.

Die Landwirtschaft im Schwarzwald ist seit jeher kleinteilig strukturiert. Mittlerweile werden drei oder vier Schläge zu größeren Flächen zusammengelegt. Das macht das Arbeiten wirtschaftlicher.

Foto: Hollweg

Betriebsspiegel

Lauterbach-Hof

Betriebsleiter:
Stefan Leichenauer

Ackerbau
Gesamtfläche: 145 ha (95 ha Acker,
50 ha Grünland – Magerwiesen),
davon 120 gepachtet, 2 ha Wald
Bodenart: lehmiger Ton, steinig (35 Bodenpunkte)
Niederschlag: 780 (650 – 800) mm im Jahr
Jahresdurchschnittstemperatur: 8 °C
Winterweizen: 20 ha (75 dt/ha)
Wintergerste 7 ha (75 dt/ha)
Sommergerste 14 ha (60 dt/ha)
Hafer: 14 ha (65 dt/ha)
Durum: 7 ha (55 dt/ha)
Dinkel: 15 ha (70 dt/ha)
Zwischenfrüchte: 60 ha
Luzerne: 3,5 ha
Blühäcker, Bienenweide: 7 ha

Tierhaltung
55 Mastbullen

Außentechnik:
ein Mähdrescher
(5,40 m-Schneidwerk, Fünf-Schüttler)
zwei Traktoren
(150 und 160 PS mit GPS)
eine Pflanzenschutzspritze
(1.300 Liter, 21 m Arbeitsbreite, GPS)
eine Saatkombination
(3 m Arbeitsbreite, ISO-BUS-gesteuert)
ein Zwei-Scheiben-Düngerstreuer (GPS)
Grubber, Pflug, Federzinkenegge für die Bodenbearbeitung

Fruchtfolge von drei auf acht Glieder erweitert

Früher setzte Leichenauer, wie seine Berufskollegen auch, auf die übliche Fruchtfolge Wintergerste – Winterraps – Winterweizen. 2015 brach er mit dieser Konvention und lässt seitdem acht Fruchtfolgeglieder rotieren. Im Telegrammstil liest sich das so: Wintergerste – Winterdinkel – Winterweizen (E) – Winterdurum – Hafer – Sommergerste – einjährige Bienenweide – Luzern. Sollte der Winterweizen zum 15. Oktober nicht eingesät sein, wird er durch Sommerweizen ersetzt. „Wir wollen den Boden ja nicht kaputt fahren“, erklärt Leichenauer.

Der Boden, „diese bei uns nur 17 cm starke Auflage“, sei das wichtigste Produktionsmittel, das er hegen und pflegen will. Dabei macht ihm die Natur das Arbeiten nicht leicht. Fast 100 Prozent Hanglage, eben typisch für den Schwarzwald, und zudem steinige und leichte Böden, stellen an ihn und seinen Maschinenpark bisweilen extreme Herausforderungen.

Gepflügt wird nur zu den Sommerungen, sonst kommen lediglich Grubber und Federzinkenegge zum Einsatz. „Das pfluglose Arbeiten hat nicht nur die Schlagkraft erhöht, sondern greift auch weniger in die Bodenstruktur ein als Pflug und Kreiselegge“, erklärt der Landwirt.

Seine besondere Aufmerksamkeit gilt dem Humus. Durch Komposte und Zwischenfrüchte konnte der Gehalt von 2,5 Prozent auf etwa fünf Prozent verdoppelt werden. Um den Erfolg zu zeigen, greift er in den Getreidebestand und zieht ein Büschel Pflanzen samt Wurzelwerk heraus. Der Boden ist von krümeliger Struktur und sichtbar von organischer Substanz durchsetzt. „Das ist die Basis für unseren ackerbaulichen Erfolg“, freut sich Leichenauer. Und um seine Aussage noch zu verstärken, greift er in den Bestand des Nachbarn, zieht dort ebenfalls ein Pflanzenbüschel aus dem Boden und demonstriert den sichtbaren Unterschied.

Auch andere pflanzenbauliche Entscheidungen orientieren sich an der Vitalität des Bodenlebens: Hafer als Gesundungsfrucht mit geringem Stickstoff-Bedarf, Leguminosen in der Fruchtfolge, Bodenruhe durch einjährige Blühweide sind Beispiele dafür. „Wir gehen sorgsam mit dem Boden um und wollen ihm immer wieder Zeit geben zur Erholung“, erklärt der Schwarzwälder Landwirt. Und auch das sagt er: „Ein Boden ist wie ein Kind, man kann ihn erziehen oder auch verziehen.“ Leichenauer hat sich für Ersteres entschieden.

Gerade einmal 17 Zentimeter ist die obere Bodenschicht stark, auf der Leichenauer seine Pflanzen anbaut. In seiner achtgliedrigen Fruchtfolge gönnt er dem Acker regelmäßig eine Ruhepause.

Foto: Hollweg

40 Prozent weniger chemischen Pflanzenschutz

Auch sein Bestreben, den chemischen Pflanzenschutz zurückzufahren, passt in diesen Kontext. So konnte Leichenauer durch den Einsatz des Striegels den Herbizideinsatz deutlich zurückfahren. Mittlerweile ist bei ihm nur noch die Herbstbehandlung gesetzt, sonst dominiert das mechanische Verfahren. Wenn es allerdings eng wird im Frühjahr und den Unkräutern anders nicht mehr beizukommen ist, greift er doch auf die Chemie zurück. Glyphosat ist dabei keine Option für ihn, das hat er für sich zum Tabu erklärt. „Dieses Jahr wird die sechste Ernte in Folge sein, ohne diesen Wirkstoff eingesetzt zu haben“, sagt er in dem ihm eigenen breiten süddeutschen Dialekt.

Beim Einsatz von Fungiziden schaut er ebenfalls ganz genau hin, ob eine Behandlung nottut. Um hier mit weniger auskommen zu können, hat er bei der Aussaat die Reihenabstände verbeitert. Mit dieser verfahrenstechnischen Anleihe aus dem Öko-Anbau hat er bisher gute Erfahrungen gemacht. „Immer öfter komme ich mit nur einer Behandlung pro Jahr aus“, lautet Leichenauers Bilanz der zurückliegenden Jahre.

Unter dem Strich, so hat der Landwirt nachgerechnet, konnte er seinen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln um bis zu 40 Prozent reduzieren. „Das ist schon gut, aber noch nicht das Ende“, sagt er und will an dieser Schraube weiter drehen. Auch deshalb ist der Lauterbach-Hof einer von fünf Betrieben, die an einem vom Land Baden-Württemberg und dem Chemiekonzern Bayer durchgeführten Projekt mitarbeitet. Dessen Ziel ist es, Mittel und Wege zu finden, den Einsatz von Pflanzenschutzmittel um die Hälfte zu reduzieren.

Stattdessen stehen bei Leichenauer Betriebsmittel auf der Liste, die viele Berufskollegen in den Bereich der Esoterik verbannen würden: Mikroorganismen, Bodenhilfsstoffe, Biostimulanzien kommen bei ihm regelmäßig zum Einsatz. Und er schwört auf Bittersalz. Bei jedem Einsatz der Feldspritze bringt er über die Spritzbrühe gleichzeitig 5 kg pro Hektar aus, pro Jahr sind das etwa 15 – 20 kg. „Das kostet etwa zwei bis drei Euro, bringt aber enorm viel“, sagt er.

Von der Wirkung dieser „weichen Stoffe“ ist Leichenauer fest überzeugt. „Das macht die Pflanzen gesünder, und ich spare zusätzlich Stickstoff“, fasst er seine Erfahrungen zusammen. Zudem führe die höhere Vitalität des Getreides zu längeren Wurzeln. Einen Zentimeter soll die Differenz betragen, und der könne in Trockenphasen den Unterschied machen. „Dieser Zentimeter bedeutet eine Woche längere Wasserverfügbarkeit“, weiß er und quantifiziert auch gleich den wirtschaftlichen Vorteil: Der könne sich schnell auf 400 – 500 Euro pro Hektar belaufen.

Modernste Technik ist selbstverständlich. Die hydraulisch angetriebenen Streuscheiben des Düngerstreuers ermöglichen eine punktgenaue Platzierung auch in Hanglagen.

Foto: Hollweg

Alles dreht sich um das Thema Qualität

Neben den neuen Betriebsmitteln hat Bewährtes nach wie vor seinen festen Platz auf dem Lauterbach-Hof: Dazu gehört der Einsatz von zertifiziertem Saatgut in Kombination mit einer gezielten Sortenwahl. Dass Leichenauer komplett auf Z-Saatgut setzt, ist zum einen vertraglich verordnet, zum Beispiel beim Anbau von Backweizen, beruht aber auch auf eigenen Erfahrungen. „Mit eigener Absaat konnten wir den geforderten Eiweißgehalt von 14 Prozent nicht halten“, musste Leichenauer feststellen. Und bei Sommergerste ist ihm ein Nachbauversuch fehlgeschlagen, da der Bestand sehr ungleichmäßig auflief.

Bei der Sortenwahl blickt er besonders auf das Kriterium Pflanzengesundheit. Darüber will Leichenauer zum Beispiel versuchen, den Fungizideinsatz noch weiter zu reduzieren. „Ich achte besonders auf die Mehltauresistenz der Sorten“, sagt der Landwirt. Und er nennt auch technische Vorteile der zertifizierten Qualität: Mit dem homogenen Saatgut ließe sich die Sämaschine exakt abdrehen und die Anzahl der aufgelaufenen Pflanzen pro Quadratmeter verlässlich ermitteln.

„Die Saatgutvermehrer und -aufbereiter machen einen professionellen Job“, stellt er fest und fügt hinzu: „Wenn ich Qualität erzeugen will, muss ich auch Qualität säen.“ Wenig Verständnis hat er für Berufskolleginnen und -kollegen, „die 100.000 Euro für einen Schlepper ausgeben, aber beim Saatgut sparen“.

Qualität ist das zentrale Thema für Leichenauer, wenn es um die Vermarktung seiner Produkte von Acker und Stall geht. „Wir wollen zukunftsfähige Märkte vor der eigenen Haustür bedienen“, lautet die Strategie des Schwarzwälder Landwirts, weil er weiß: „Ohne regionale Vermarktung hat unser Betrieb keine Zukunft.“ Und so sucht er aktiv den Kontakt zu Abnehmern in der Nähe. Mittlerweile gehen potentielle Kunden aber auch direkt auf ihn zu. Seine Popularität als Ackerbauer des Jahres, aber auch seine intensive Öffentlichkeitsarbeit in eigener Sache zeigen Wirkung.

So findet fast jedes Produkt seinen Weg zu einem regionalen Abnehmer: Den Winterweizen liefert Leichenauer an einen Bäcker vor Ort, sein Durum geht an einen regionalen Nudelhersteller, seine Sommer-/Braugerste wird von süddeutschen Brauereien verarbeitet, der Hafer geht an einen Produzenten von Hafermilch, und sein Dinkel wird von einem regionalen Landhändler abgenommen und weitervermarktet. Einzig Wintergerste und Luzerne verbleiben auf dem Betrieb, ebenso das Gras der 50 Hektar ganz bewusst extensiv geführten Magerwiesen. Alles wird an die Fleischrinder verfüttert, die von einem Metzger in der Nachbarschaft zu Dry-age-Beef veredelt werden.

Wenn sich die regionale Vermarktung rechnen soll, müssen immer die Qualität und oft auch der Liefertermin stimmen. Die Qualität seines Getreides sichert Leichenauer unter anderem über den eignen Mähdrescher, der stets zum optimalen Druschtermin eingesetzt werden kann. Nervenzehrendes Warten auf den Lohnunternehmer ist ihm fremd. Und da er sich beim Drusch richtig Zeit lässt, also langsam fährt, benötigt sein Fünf-Schüttler auch keinen Hangausgleich.

In der Flexibilität der Getreidelieferung steckt allerdings noch Potenzial. Derzeit denkt Leichenauer über neue Lagerkapazitäten für seine verschiedenen Getreidearten nach. „Dann könnte ich just in time liefern“, sieht er den klaren Vorteil. Allerdings müssten die Preisaufschläge so ausfallen, dass sich die erheblichen Investitionen auch lohnen. Zeit also für einen sehr spitzen Bleistift. Bei seinen Fleischrinden ist das mit der Flexibilität einfacher. Die werden in dem Rhythmus aufgestallt, wie sie später vom Schlachter abgeholt werden.

Der steinige Boden, die Hanglage und die nur 35 Bodenpunkte stellen hohe Anforderungen an das Know-how des Landwirts und seinen Maschinenpark. Der Pflug kommt nur noch im Herbst zum Einsatz.

Foto: Hollweg

„Wenn die Qualität stimmt, kaufen die Leute“

In den vielen verschiedenen Produkten, die Leichenauer augenzwinkernd „meinen Bauchladen“ nennt, sieht er die Zukunft seines Betriebes. Corona habe noch einmal deutlich vor Augen geführt, dass der Verbraucher regionale Produkte wünsche. „Wenn die Qualität stimmt, kauften die Leute auch“, sagt der Landwirt. Und entsprechend eindeutig fallen die Reaktionen seiner Abnehmer aus: Sie reißen ihm seine Erzeugnisse aus den Händen.

Dieses Modell wird auch gerne von der Politik präsentiert, die sich parteiübergreifend über den Agrarstandort Deutschland Gedanken macht. Leichenauer pflegt gute Kontakte zur Landes- und Kommunalpolitik. Vom Ministerpräsidenten bis zum Bürgermeister lassen sie sich gerne von den Ideen des Schwarzwälder Landwirts inspirieren. Ihnen und allen anderen schildert er gerne seinen Antrieb, eine nachhaltige generationenübergreifende Landwirtschaft zu betreiben.

Trotz dieser Begeisterung sieht er die aktuelle Situation des Lauterbach-Hofs realistisch. „Es reicht zum Leben, es reicht aber kaum, um für die kommende Generation gezielt zu investieren“, so seine Einschätzung. Dabei hat er zwei Söhne, elf und 14 Jahre alt, die beide für die Landwirtschaft brennen und den Betrieb später liebend gerne übernehmen würden. Denen rät er ganz bewusst, zunächst einen anderen Beruf zu erlernen, um im Fall der Fälle ein zweites Standbein zu haben.

Angesichts der unsicheren politischen Rahmenbedingungen sei die Zukunft eben ungewiss. „Heute setzen nicht mehr allein Natur und Wetter den Rahmen, hinzu kommen noch Bürokratie und Auflagen“, sagt er. Bei ihm vor der Haustür kommt ein weiteres Problem hinzu: der Druck durch die Berufskollegen aus der Schweiz, deren Grenze in Sichtweite liegt. „Die können doppelt so hohe Pachten zahlen, denn sie bekommen im eigenen Land 36 Euro für einen Doppelzentner Weizen“, weiß Leichenauer. Zudem erhielten sie ebenfalls die EU-Flächenprämie, obwohl die Schweiz kein EU-Mitglied ist. Wenn die ihre Pachtangebote unterbreiten, steigt Leichenauer aus. Das war auch im letzten Jahr der Fall, als ihm auf diese Weise vier Hektar von einem langjährigen Verpächter verloren gingen.

Das ist ärgerlich, aber Leichenauer nimmt es sportlich. Seit seinem Burn-Out hat er sich von dem „Immer-mehr-und-immer-größer“ verabschiedet. „Natürlich wären mit meiner Maschinenausstattung und weiterer Manpower 100 Hektar mehr machbar“, sagt er, aber diese Kraft und Nerven will er nicht mehr investieren. Stattdessen nimmt sich der süddeutsche Landwirt heute gerne die Zeit, sich an seiner Arbeit, seinen prächtigen Feldern und zufriedenen Mastbullen zu erfreuen. Freizeit ist heute fest eingeplant, dann radelt er mit seiner Frau durch die schöne Landschaft oder inspiziert mit seinen Söhnen den Stand der Kulturen. Und dann ist da noch eine ungewöhnliche Ablenkung: Regelmäßig geht der in ein nahegelegenes Sägewerk, packt dort kräftig mit an und denk an alles, außer Landwirtschaft.

Stefan Leichenauer mit (von rechts) seinen Söhnen Moritz und Nils sowie dem Neffen Daniel. Auch wenn alle für die Landwirtschaft brennen, rät der Landwirt zunächst zu einer anderen Berufsausbildung.

Foto: Hollweg

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