Was passiert im Mai?

Im Mai erreicht das Pflanzenwachstum einen ersten Höhepunkt: Viele Getreidearten stehen kurz vor der Ährenbildung oder sind bereits in der Blüte. Diese Phase ist besonders sensibel – und zentral für die aktive Züchtungsarbeit. Bei Wintergetreide beginnt jetzt die Kreuzungssaison im Freiland. Dazu werden die Antheren (Staubbeutel) der Mutterpflanzen entfernt und anschließend der Pollen einer ausgewählten Vaterpflanze mit einem Pinsel aufgetragen. Um unerwünschte Fremdbestäubung zu verhindern, werden die Blüten nach der Bestäubung mit Papier- oder Gazetüten abgedeckt. Das ist wichtig, weil nur so die genetische Reinheit der Kreuzung erhalten bleibt und die Nachkommen exakt die gewünschten Eigenschaften der Elternlinien zeigen.

In Zuchtgärten und Gewächshäusern wird die Sommergeneration ausgepflanzt – insbesondere bei Verfahren wie der doppelhaploiden Technik (DH-Produktion), wo Jungpflanzen aus Mikrosporen zu fertigen Pflanzen heranwachsen. Diese Methoden beschleunigen die Züchtung, weil genetisch stabile Linien schon nach einer Generation entstehen.

Ein weiterer Schwerpunkt im Mai ist die Selektion: Züchterinnen und Züchter beurteilen ihre Linien auf Basis äußerlicher Merkmale, etwa gleichmäßiger Wuchs, frühe Reife oder Resistenz gegen Krankheiten. Linien, die nicht überzeugen, werden frühzeitig aussortiert. Diese Vorentscheidungen sind entscheidend – denn mit jeder Auswahl wird die genetische Kombination in Richtung der gewünschten Zuchtziele weiterentwickelt.

Diversen Menschen arbeiten auf einem Getreidefeld und decken die Blüte mit weißen Tüten ab.

Getreidezüchtung im Jahresverlauf

Nahaufnahme von Korn im unreifen Zustand

Januar

Kontrollierte Kreuzungen im Gewächshaus markieren den strategischen Beginn des Zuchtjahres.

Mann sitzt im Gewächshaus vor einem Getreidefeld, welches noch unreif ist. Er schaut sich die unreifen Körner von nahem an.

Februar

Analyse, Selektion und weltweite Saatgutverteilung beschleunigen den Zuchtfortschritt.

Getreidekulturarten befinden sich in kleinen Gefäßen auf einem Regal. Dort werden sie zu Setzlingen gezüchtet

März

Aussat, erste Bonituren und moderne Züchtungstechniken prägen den Saisonstart.

Zwei Männer hocken vor einem Getreidefeld und schauen sich eine Drohne an

April

Pflege, Schutz und frühe Selektion sichern den Erfolg der Versuche.

Ein Feld mit diversen Getreidekreuzungen und mehrere Generationen.

Juni

Bonituren, Kreuzungen und mehrere Generationen parallel sichern Zeitvorteile.

Ein Getreidefeld wird von einer blauen Maschine geerntet. Nebendran läuft eine Person und schaut mit.

Juli

Ernte, Qualitätsanalysen und präzise Hybridkreuzungen stehen im Fokus.

in durchsichtigen Behältern sprießen grüne Triebe heraus.

August

Saatgutaufbereitung und Qualitätsanalysen entscheiden über das Weiterkommen.

Eine Halle mit diversen Maschinen zur Auswertung.

September

Datenauswertung und Planung bestimmen den Start ins neue Zuchtjahr.

Eine Aussaatmaschine fährt auf einem Feld.

Oktober

Aussaat, Organisation und Gewächshausarbeit laufen parallel.

Auf einem großen Tisch stehen diverse kleine Töpfe befüllt mit Erde, woraus grüne Halme sprießen.

November

Auswertung, Wartung und Vorbereitung prägen die ruhigere Phase.

Eine Nahaufnahme auf einem Getreidefeld, wo grüne Halme sprießen, die gefroren sind.

Dezember

Strategische Planung und Wissensaustausch bereiten den nächsten Zyklus vor.

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