Was passiert im Juni?

Der Juni ist für Züchterinnen und Züchter einer der intensivsten Monate im Jahr. Auf den Feldern steht die Ährenbildung und damit die Ausdifferenzierung vieler Eigenschaften im Vordergrund. Jetzt zeigt sich, welche Linien mit Stress – etwa Trockenheit, Hitze oder Schädlingsdruck – gut zurechtkommen. Entsprechend wichtig sind die sogenannten Bonituren: Züchter erfassen Merkmale wie Standfestigkeit, Blühzeitpunkt oder Befallsdruck durch Pilzkrankheiten. Diese Daten werden digital direkt vor Ort erfasst und später zusammengeführt, sodass die Entwicklung jeder Linie präzise dokumentiert ist. Teilweise kommen auch Drohnen zum Einsatz, um Felder aus der Luft zu beobachten und Stress oder Krankheiten frühzeitig zu erkennen.

Parallel dazu finden Kreuzungen im Sommerzyklus statt. Bei Sommergerste oder Sommerhafer laufen jetzt gezielte Bestäubungen im Feld oder unter kontrollierten Bedingungen. Auch Rückkreuzungen – bei denen Pflanzen mit ihren „Elternlinien“ erneut gekreuzt werden – helfen, gewünschte Merkmale zu festigen oder zu verbessern.

Im Gewächshaus wird an der sogenannten Sommergeneration gearbeitet: Pflanzen, die durch gezielte Steuerung von Licht, Temperatur und Nährstoffversorgung früher als unter natürlichen Bedingungen blühen, erreichen jetzt ihre Blüte und werden zur Kreuzung oder Selektion genutzt. Bei Wintergetreide wird vorher außerdem eine Kältebehandlung (Vernalisation) durchgeführt, damit die Pflanzen „den Winter erleben“ und anschließend frühzeitig blühen. Dieser parallele Ablauf von Freiland- und Gewächshausarbeit erlaubt es, zwei bis drei Generationen pro Jahr zu durchlaufen – ein entscheidender Zeitvorteil im globalen Wettbewerb.

Ein Feld mit diversen Getreidekreuzungen und mehrere Generationen.

Getreidezüchtung im Jahresverlauf

Nahaufnahme von Korn im unreifen Zustand

Januar

Kontrollierte Kreuzungen im Gewächshaus markieren den strategischen Beginn des Zuchtjahres.

Mann sitzt im Gewächshaus vor einem Getreidefeld, welches noch unreif ist. Er schaut sich die unreifen Körner von nahem an.

Februar

Analyse, Selektion und weltweite Saatgutverteilung beschleunigen den Zuchtfortschritt.

Getreidekulturarten befinden sich in kleinen Gefäßen auf einem Regal. Dort werden sie zu Setzlingen gezüchtet

März

Aussat, erste Bonituren und moderne Züchtungstechniken prägen den Saisonstart.

Zwei Männer hocken vor einem Getreidefeld und schauen sich eine Drohne an

April

Pflege, Schutz und frühe Selektion sichern den Erfolg der Versuche.

Diversen Menschen arbeiten auf einem Getreidefeld und decken die Blüte mit weißen Tüten ab.

Mai

Kreuzungen, Blüte und Selektion bestimmen die genetische Richtung neuer Sorten.

Ein Getreidefeld wird von einer blauen Maschine geerntet. Nebendran läuft eine Person und schaut mit.

Juli

Ernte, Qualitätsanalysen und präzise Hybridkreuzungen stehen im Fokus.

in durchsichtigen Behältern sprießen grüne Triebe heraus.

August

Saatgutaufbereitung und Qualitätsanalysen entscheiden über das Weiterkommen.

Eine Halle mit diversen Maschinen zur Auswertung.

September

Datenauswertung und Planung bestimmen den Start ins neue Zuchtjahr.

Eine Aussaatmaschine fährt auf einem Feld.

Oktober

Aussaat, Organisation und Gewächshausarbeit laufen parallel.

Auf einem großen Tisch stehen diverse kleine Töpfe befüllt mit Erde, woraus grüne Halme sprießen.

November

Auswertung, Wartung und Vorbereitung prägen die ruhigere Phase.

Eine Nahaufnahme auf einem Getreidefeld, wo grüne Halme sprießen, die gefroren sind.

Dezember

Strategische Planung und Wissensaustausch bereiten den nächsten Zyklus vor.

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