Mit Z-Saatgut konkurrenzfähig bleiben

Europa ist die Region mit der wettbewerbsfähigsten Getreideerzeugung in der Welt. Grund für diese Wettbewerbskraft sind Züchtungs- und Ertragsfortschritt. Um gegenüber anderen Regionen konkurrenzfähig zu bleiben, ist eine innovative Getreidezüchtung unverzichtbar. Mit dem Einsatz von Z-Saatgut sichern sich Landwirte den aktuellen Züchtungsfortschritt und investieren zugleich in ihre eigene Zukunft.

Etwa 200.000 Landwirte in Deutschland verdienen ihr Einkommen mit Getreideerzeugung. Ihre Arbeit ist geprägt von starkem Wettbewerb und sich ändernden Rahmenbedingungen. An dieser Stelle leisten Pflanzenzüchtung und Saatgutwirtschaft einen wesentlichen Beitrag für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Getreideproduktion.

Pflanzenzüchtung ist unverzichtbare Schlüsseltechnologie
Die deutsche Pflanzenzüchtung bietet der Landwirtschaft leistungsfähige Sorten, um alle ackerbaulichen, wettbewerblichen und klimatischen Herausforderungen zu bewältigen - heute und in Zukunft. Pflanzenzüchtung ist eine für Landwirtschaft und Agrarmärkte unverzichtbare Schlüsseltechnologie. Neben dem Ertrag stehen bei der Sortenentwicklung Qualitätsmerkmale und Krankheitsresistenzen sowie ertragsstabilisierende Faktoren im Fokus. Die Entwicklung von Sorten ist kosten- und zeitaufwändige Spitzentechnologie. Zwischen der ersten Kreuzung und der Marktfähigkeit einer neuen Getreidesorte können bis zu 10 Jahre und Ausgaben von bis zu zwei Millionen Euro liegen. Insgesamt investieren die deutschen Pflanzenzüchtungsunternehmen rund 16 Prozent ihres Umsatzes in die Forschung und Entwicklung neuer Sorten - so viel wie kaum eine andere Branche.

Europa führende Weizenregion
Der Erfolg der deutschen und europäischen Züchtungsunternehmen kommt als Züchtungsfortschritt in der Landwirtschaft an: Seit 1970 hat sich das Ertragsniveau von Winterweizen in Deutschland verdreifacht (siehe Grafik). Spitzenerträge lagen zuletzt bei bis zu 140 Dezitonnen pro Hektar. Die europäische Getreidezüchtung steht im internationalen Vergleich auf Platz eins. In anderen wichtigen Weizenländern wie den USA, Kanada, Brasilien oder Australien konnten Durchschnittserträge von nicht mehr als 30 Dezitonnen pro Hektar erreicht werden. Diese Nationen bieten wegen bisher fehlender Sortenschutzrechte keine wirtschaftlichen Anreize für die privaten Züchtungsunternehmen.

Ohne Refinanzierung kein Züchtungsfortschritt
Aber selbst in Deutschland könnte Winterweizen in naher Zukunft seine Wettbewerbsfähigkeit einbüßen. Bereits heute ist der Züchtungsfortschritt bei den selbstbefruchtenden Getreidearten geringer als bei Hybridsorten. Der abnehmende Einsatz von Z-Saatgut führt zu dramatisch sinkenden Erlösen aus Lizenzgebühren und verringert die Chance zur Refinanzierung der Züchtungsanstrengungen. Dadurch werden der züchterische Fortschritt und somit Zukunftschan-
cen im Getreideanbau inzwischen immer stärker begrenzt.

Getreideproduktion stärken
Nur ein funktionierender Verbund aus Züchtung und Saatgutproduktion, der in modernste Technologien investieren kann, wird die Landwirtschaft auch in Zukunft mit hochwertigem Z-Saatgut leistungsfähiger Getreidesorten versorgen können. Der Einsatz von Z-Saatgut in der Landwirtschaft wie auch die Entrichtung von Nachbaugebühren bilden die Grundlage für Züchtungsfortschritt und eine konkurrenzfähige deutsche und europäische Getreideproduktion der Zukunft.