„Immer schneller zur Resistenz“

Frage 1: Wie funktioniert Resistenzforschung?
Die Arbeit beginnt damit, dass wir in genetischen Ressourcen aus Genbanken nach neuen Resistenzen gegen Krankheitserreger suchen. Anschließend klären wir die Genetik dieser Resistenzen auf und entwickeln molekulare Marker, welche es der Pflanzenzüchtung erlauben, die Resistenzen beschleunigt in Hochleistungssorten einzulagern. Wir legen damit die wissenschaftlichen Grundlagen zur Verbreiterung der genetischen Basis von Resistenzen in unseren Kulturpflanzen-Sorten.

Frage 2: Welche technischen Fortschritte erwarten Sie in Zukunft?
Ich erwarte, dass wir immer schneller zu verbesserten Resistenzeigenschaften in ertragreichen Sorten kommen werden.
Der Zeitbedarf für die Markeridentifikation hat sich in den vergangenen 10 Jahren durch neue Techniken bereits deutlich verkürzt und in den kommenden Jahren rechnen wir mit weiteren Effizienzsteigerungen durch die zunehmende Entschlüsselung der Erbinformation unserer Kulturpflanzen.

Frage 3: Wie schätzen Sie das Produktionsmittel Z-Saatgut ein?

Am Anfang der Produktionskette steht das Saatgut, so dass dessen Qualität und genetischen Eigenschaften im Produktionsprozess eine besondere Bedeutung zukommt. Der Z-Saatgut-Kauf von Sorten mit verbesserten Resistenzen gegen Schaderreger ist kostengünstiger, umwelt- und verbraucherfreundlicher Pflanzenschutz.

Privatdozent Dr. Frank Ordon leitet das Institut für Resistenzforschung und Stresstoleranz am Julius Kühn-Institut.
Die 75 Mitglieder des Instituts erforschen die wissenschaftlichen Grundlagen für eine Verbesserung der Resistenz- oder Toleranzeigenschaften von Kulturpflanzen. Das Institut kooperiert vielfältig national und international, beteiligt sich an Forschungsinitiativen des BMELV und BMBF. Hier wird auch das Nationale Evaluierungsprogramm pflanzengenetischer Ressourcen bei Getreide (EVA II) koordiniert.