Deutsches Sorten- und Saatgut-System ein Erfolgsgarant

Das Saatgut- und Sorten-System in Deutschland trägt entscheidend dazu bei, den Züchtungsfortschritt und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft zu sichern. Für die Herausforderungen der Zukunft wird das erfolgreiche System – auch mit Blick auf eine EU-Harmonisierung – optimiert.

Seit über 100 Jahren sind Getreidezüchtung, Sortenprüfung und Sortenberatung sowie Saatgutproduktion und Saatgutkontrolle in Deutschland sehr erfolgreich. „Das System, in dem die private Saatgutwirtschaft und staatliche Stellen zusammenarbeiten, hat sich als Erfolgsgarant erwiesen“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Friedt, Universität Gießen. „Für die Landwirtschaft und die Gesellschaft insgesamt steigen dadurch Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit.“

Züchtungsfortschritt kommt in der Praxis an
Um diesen Erfolg nachhaltig zu sichern, hat der Gesetzgeber das Sortenschutzgesetz und das Saatgutverkehrsgesetz stetig weiter entwickelt. Leitgedanken bei diesem Prozess sind der Schutz des geistigen Eigentums, beispielsweise durch Sortenschutz und Nachbauregelung, und der Verbraucherschutz. „Bei allen wichtigen Kulturarten haben die Pflanzenzüchter in Deutschland beachtliche Züchtungsfortschritte sowohl bei Ertrag als auch bei Qualitäten und bei Krankheitsresistenzen erarbeitet“, sagt Dr. Reinhard Müller, Leiter der Abteilung Getreide beim Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter. „Diese Fortschritte der Sortenleistungen werden jährlich in fachgerechten Exakt-Versuchen geprüft und durch Beratung der Praxis vermittelt.“



Wirtschaft und Staat kontrollieren
Bei der Saatgutproduktion und -vermarktung trägt die Saatgutwirtschaft die Verantwortung für Qualität, Versorgung, Service und Sicherheit. Unterstützt wird dieses System – im Sinne des Verbraucherschutzes – durch die öffentliche Saatgutanerkennung und Saatgutverkehrskontrolle. Beim Anerkennungssystem überlegen Staat und Wirtschaft derzeit eine Optimierung in fachlicher und wirtschaftlicher Hinsicht zum Vorteil aller Beteiligten.

Um 32 Millionen Euro verbesserte Erlöse der Landwirte
Das föderale deutsche System der Sorten- und Saatgutprüfung liefert der deutschen Landwirtschaft jährlich hohen Nutzen. Das ganze System hat zu hoher Ertragssteigerung, hoher Flächenproduktivität und zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Getreideanbaues beigetragen. Dabei erhöht allein die Ertragssteigerung durch Sortenverbesserung von 34 Kilogramm pro Hektar und Jahr die Erlöse der Landwirte um 32 Millionen Euro (bei 6,2 Millionen Hektar Anbaufläche und Erzeugerpreisen von durchschnittlich 15 Euro pro Dezitonne).

Gute Leistungen erhalten
Derzeit werden die gesetzlichen Grundlagen dieses Systems auf EU-Ebene überprüft. Damit wird eine EU-Harmonisierung und eine Optimierung des Systems verfolgt. Auf Basis der neuen EU-Regelungen wird auch in Deutschland zu entscheiden sein, welche Aufgaben und Leistungen der Staat künftig leisten will oder kann und welche Gebiete die Wirtschaft selbst bearbeitet. Sowohl bei der Sortenprüfung als auch bei der Saatgutanerkennung prüfen die Fachleute, ob die bestehenden Systeme kostengünstiger zu organisieren sind, ohne dabei auf gute, bewährte Leistungen zu verzichten.

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