QSS
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Was leistet das Qualitätssicherungssystem für Z-Saatgut (QSS)?
Um den hohen Anforderungen an Z-Saatgut gerecht zu werden, müssen alle an der Saatguterzeugung beteiligten Partner strengste Qualitätskriterien erfüllen. Neben den gesetzlich geregelten hohen Qualitätsanforderungen an Zertifiziertes Saatgut hat sich die Saatgut-
wirtschaft mit QSS einen weiteren Standard gesetzt. Mitgliedsunter-
nehmen und Vertreter des Bundesverbandes Deutscher Pflanzen-
züchter e.V. (BDP), des Bundesverbandes Deutscher Saatguter-
zeuger e.V. (BDS), des Bundesverbandes der VO-Firmen e.V. (BVO) sowie des Deutschen Raiffeisenverbandes e.V. (DRV) gemeinsam das neue Qualitätssicherungssystem (QSS) erarbeitet. Die Koordi-
nation wird vom Gemeinschaftsfonds Saatgetreide (GFS) übernom-
men.
Für wen gilt QSS?

Das Qualitätssicherungssystem für Z-Saatgut enthält Vorgaben für die Qualität des erzeugten Saatgutes selbst, stellt Anforderungen an die Qualitätsfähigkeit der innerbetrieblichen Abläufe und wird branchenweit für die komplette Saatgut-Erzeugung eingeführt, das heißt für alle an der Produktion beteiligten Betriebe, angefangen von den Züchtern bis zu den Vermehrern und Aufbereitern. Voraus-
setzung für die Teilnahme am Qualitätssicherungssystem ist ein gültiger Aufbereitungslizenzvertrag. Unternehmen haben mit QSS die Möglichkeit, ihre internen Arbeitsabläufe zu überprüfen und zu optimieren. Neben der Produktqualität berücksichtigt es zusätzlich die innerbetrieblichen Prozesse der Saatgutaufbereitung, die so genannte Qualitätsfähigkeit.
Das QSS rückt noch stärker als bisher eigenverantwortliches Handeln und ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein in den Fokus der Saatgutaufbereitung. Mit QSS können Qualitätsschwankungen in der Saatgutproduktion minimiert werden. Das System trägt damit zur weiteren Professionalisierung der Saatgutwirtschaft bei. Es stärkt die Position von deutschem Z-Saatgut und die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe im internationalen Vergleich, denn in einigen anderen europäischen Ländern wurden ähnliche Qualitätssicherungssysteme bereits vor Jahren erfolgreich eingeführt. Eine rasche Durchsetzung des QSS hierzulande sichert somit die Zukunftsfähigkeit von deutschem Qualitätssaatgut.
Zwei Bewertungssäulen für sichere Qualität

Das Qualitätssicherungssystem beruht auf zwei Säulen, es bewertet neben der Saatgutqualität auch die Qualitätsfähigkeit der Aufberei-
tung. Die Saatgutqualität fließt in die Gesamtbewertung mit einem Gewicht von zwei Dritteln ein. Darüber hinaus wird die Qualitäts-
fähigkeit eines Betriebes durch die Beurteilung aller für die Saatgut-
aufbereitung relevanten innerbetrieblichen Prozesse ermittelt. Dieses Kriterium macht ein Drittel der Gesamtbewertung aus. Jährlich werden die Betriebe, die in der Gesamtbewertung am besten abschneiden (Stufe A), ausgezeichnet. Das Know-how der prämierten Betriebe soll zum einen in die Weiterentwicklung des QSS einfließen, aber auch anderen Aufbereitern vermittelt werden.
Die Aufbereitungsbetriebe werden in einem dreistufigen System bewertet:
Stufe A:
Qualitätsfähig, Anforderungen insgesamt erfüllt, Auftragsvergabe an Aufbereiter
Aufgabe: Hohes Qualitätsniveau kontinuierlich sichern
Stufe B:
Bedingt qualitätsfähig, Anforderungen im Wesentlichen erfüllt, vorläufige Auftragsvergabe an Aufbereiter
Aufgabe: Verbesserungsprogramm erstellen und realisieren
Stufe C:
Nicht qualitätsfähig, Anforderungen im Wesentlichen nicht erfüllt, als Aufbereiter vorläufig nicht geeignet
Aufgabe: Sofortmaßnahmen einleiten, Fehlerquellen aufarbeiten oder Verzicht auf Saatgutaufbereitung
Ziel für alle Aufbereitungsbetriebe ist es, eine Bewertung in Stufe A zu erreichen. Eine positive Einstufung ist die Voraussetzung, um weiterhin in Lizenz Saatgut aufbereiten zu können.
Die Beurteilungsrichtlinie Aufbereitungsqualität und der Leitfaden Vermehrungsqualität sind beim GFS erhältlich.
Beurteilung der Saatgutqualität
Die Bewertung der Saatgutqualität ist das führende Kriterium, um die Qualität eines Aufbereitungsbetriebes zu beurteilen. Sie fließt mit einer Gewichtung von 66,7 Prozent in das Gesamtergebnis ein. Die Saatgutqualität wird über die Untersuchung der fertigen Saatware ermittelt. Es werden ausschließlich Saatgutproben untersucht, die im Betrieb selbst aufbereitet und gebeizt wurden. Die Probenahme erfolgt in Eigenverantwortung der Betriebe. Dies setzt ein hohes Maß an Objektivität und Qualitätsbewusstsein voraus.
Die Bewertung erfolgt in den Qualitätskriterien Keimfähigkeit, Technische Reinheit, Fremdbesatz, Sortierung und Beizqualität.
Die Qualitätskriterien für Z-Saatgut im Überblick:
Gesetzliche Mindestanforderungen:
Keimfähigkeit:
Für Weizen und Gerste liegt die Mindestkeimfähigkeit des Saatguts bei 92 Prozent. Die Untersuchung des Saatguts erfolgt nach ISTA-Richtlinien.
Technische Reinheit:
Die gesetzlich festgelegte Mindestnorm beträgt 98 Prozent für Weizen und Gerste. Z-Saatgut ist in der Regel frei von Spreu, Schmachtkorn, Bruchkorn und Fremdkörpern.
Fremdbesatz:
Für das Kriterium Fremdbesatz gilt, dass in einer Probe von 500 g höchstens sechs Samen anderer Pflanzenarten insgesamt, und davon maximal drei Körner anderer Getreidearten oder maximal vier Körner anderer Arten als Getreide enthalten sein dürfen.
Zugesicherte Qualitätseigenschaften:
Sortierung:
Eine einwandfreie Partie enthält nicht mehr als drei Prozent Untergrößen. Sofern vom jeweiligen Sortenschutzinhaber keine Vorgaben gemacht werden, gelten bei Winterweizen und zweizeiliger Wintergerste 2,5 mm, bei mehrzeiliger Wintergerste 2,2 mm Maschenweite.
Beizqualität:
Für die Saatgutbeizung ist die jeweilige Herstellerempfehlung bzw. die zugelassene Aufwandmenge eines Beizmittels zu berücksich-
tigen. Für die Bewertung der Saatgutqualität gilt, dass eine Partie optimal gebeizt ist, wenn der Beizgrad bei 100 plus/minus 20 Prozent liegt.
Beurteilung der innerbetrieblichen Prozesse

Die Qualitätsfähigkeit eines Aufbereitungsbetriebes wird durch die Bewertung aller relevanten innerbetrieblichen Prozesse, die Einfluss auf die Saatgutaufbereitung haben, ermittelt. Grundlage für die Bewertung ist ein Fragenkatalog, der gemeinsam von Züchtern, Vermehrern, Aufbereitern und VO-Firmen entwickelt wurde. Dieser ist im Sinne einer Selbstbewertung durch den Aufbereitungsbetrieb zu bearbeiten. Der Fragenkatalog geht von der Situation in einem optimierten Betrieb aus. Er bietet damit eine praktische Hilfestellung, sich mit den innerbetrieblichen Abläufen zu befassen und so die Möglichkeit, Verbesserungspotenziale aufzudecken.
Die Aufbereitungsbetriebe werden durch das QSS unterstützt, die internen Prozesse in der Saatgutaufbereitung zu überprüfen und so zu gestalten, dass Qualitätsschwankungen vermieden werden. Denn nur über die Einhaltung bestimmter Produktionsanforderungen in der Aufbereitung kann eine gute Saatgutqualität erzielt werden.
Relevant für die Bewertung sind die qualitätsbeeinflussenden Bereiche:
- verantwortliches Personal,
- Vermehrung,
- technische Ausstattung,
- Beizmittelmanagement,
- Fertigware,
- Abnehmer
- sowie Reklamationsmanagement.
Auditierung sichert Objektivität
Zusätzliche Auditierungen sollen die betrieblichen Ergebnisse der Saatgutqualität und der Beurteilung der Qualitätsfähigkeit überprüfen. Diese fallen in den Verantwortungsbereich der VO-Firmen und Züchter. Mittelfristiges Ziel ist es, alle Aufbereitungsbetriebe zu auditieren. Vorrangig werden diejenigen Betriebe überprüft, bei denen Differenzen zwischen der Selbstbewertung und der Bewertung der Saatgutqualität vorliegen. Es ist geplant, die Auditierung eines Betriebes alle drei Jahre zu wiederholen. Prämierungsbetriebe (Stufe A) sollen grundsätzlich auditiert sein.
Grundlage für die Auditierung ist ein Leitfaden, der inhaltlich an den Fragenkatalog für die Selbstbewertung angelehnt ist. Qualifizierte Auditoren, ergänzende Unterlagen – wie Formblätter für den Audit-Bericht und den Maßnahmenplan – sichern eine einheitliche Vorgehensweise und vergleichbare Ergebnisse.
Je nach Ergebnis des Audits kann dies für den Aufbereitungsbetrieb bedeuten, dass Maßnahmen zur Verbesserung seines innerbetrieb-
lichen Qualitätsmanagements erforderlich werden, die zügig zu realisieren sind.
Internetplattform www.quasis-zs.de
In dieser Datenbank laufen alle Informationen und Ergebnisse des Qualitätssicherungssystems zusammen. Die am System teilneh-
menden Betriebe können zeitnah – direkt über das Internet – alle diese Daten einsehen und über individuelle Selektionsmöglichkeiten auswerten. Der Zugang zur Plattform www.quasis-zs.de ist aus-
schließlich für die Beteiligten des Systems vorgesehen. Um einem Datenmissbrauch vorzubeugen, werden die für den Zugang erforder-
lichen individuellen Login-Daten zentral durch den GFS an die Betriebe vergeben.
Ausblick
Gemeinsames Ziel aller Beteiligten ist es, schon mittelfristig alle Z-Saatgut aufbereitenden Betriebe in das neue Qualitätssicherungs-
system zu integrieren. Um die Praktikabilität des QSS sicherzu-
stellen, wird es in mehreren Stufen in der Saatgutwirtschaft einge-
führt.
Das Qualitätssicherungssystem ist ein langfristiges Projekt, das die Mitwirkung aller Beteiligten erfordert. Es ist nicht statisch, sondern wird kontinuierlich weiterentwickelt. Dabei fließen die Ergebnisse der Bewertungen ebenso in das System ein wie Anregungen aus den Unternehmen. Mit QSS wird die Professionalität und die Zukunfts-
fähigkeit der Aufbereitungsbetriebe gesteigert. Ihre Dokumentationen bilden die Basis einer lückenlosen Rückverfolgbarkeitskette.
Die Qualitätssicherung ist darüber hinaus genauso unentbehrlich für Handel und Landwirte. Auch sie müssen gesicherte und rückverfolg-
bare Qualitätsprodukte anbieten. Das neue System ermöglicht ihnen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil und erhöht die Attraktivität von Z-Saatgut. Die stufenübergreifende Qualitätssicherung kommt allen zugute - QSS hilft, die Zufriedenheit der Kunden weiter zu stei-
gern, den Saatgutwechsel zu erhöhen und somit die Wettbewerbs-
fähigkeit der gesamten Saatgutwirtschaft langfristig zu verbessern.
Für weitere Informationen zu QSS fordern Sie die Broschüre "Qualität mit System sichern" kostenfrei an oder laden sie als PDF herunter!
Z-Saatgut – mit Sicherheit in die Zukunft starten!
Warum setzen Sie Z-Saatgut ein?
"Ich setze auf Z-Saatgut, weil ich als Produzent von hochwertigen Nahrungsmitteln nur mit dem Fortschritt von Züchtung und qualitativ hochwertigem Saatgut einen Beitrag zur Sicherung hoher Erträge gewährleisten kann."
- Daniel Borgwald
Fachartikel
„Weizenzüchtung zum Vorteil der Landwirtschaft!“
Interview mit Dr. Hubert Kempf, Stationsleiter und Weizenzüchter der SECOBRA Saatzucht GmbH.


