Schwächerer Saatgutwechsel gefährdet Zukunft
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Schwächerer Saatgutwechsel schadet Zukunft des Getreideanbaus
Ausbleibende Refinanzierung kann negative Folgen für Züchtungsfortschritt haben. Artikel vom 07.09.2010
Der Saatgutwechsel bei Getreide beträgt für das zurück-
liegende Wirtschaftsjahr 48 Prozent. Das bedeutet, dass nur auf 48 Prozent aller Getreideanbauflächen zertifi-
ziertes (Z-)Saatgut ausgesät wurde. Dieser Wert liegt knapp unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre und ist der niedrigste Saatgutwechsel seit 1998.
„Der schwächere Saatgutwechsel begrenzt immer stärker die Zukunftschancen im Getreideanbau“, sagt Thomas Blumtritt, neuer Vorsitzender des Gemeinschaftsfonds Saatgetreide. Der Nachfolger von Dr. Reinhard Kendlbacher befürchtet, dass die durch geringere Lizenzerlöse ausbleibende Refinanzierung der Züchtungsanstreng-
ungen gerade bei den selbstbefruchtenden Getreidesorten wie Winterweizen negative Folgen für den Züchtungsfortschritt haben wird: „Unsere Daten belegen, dass wir bei Getreide zwar gute Erfolge in der Resistenz- und Qualitätszüchtung vorweisen können, der Ertragsfortschritt bei Selbstbefruchtergetreide jedoch im Vergleich zu Hybridsorten zur Zeit zurück bleibt.“ Nur der Einsatz moderner – und mit entsprechenden Investitionen verbundener – Technologien kann unter den aktuell sehr anspruchsvollen Rahmenbedingungen einen weiterhin möglichst großen Züchtungsfortschritt gewährleisten. Der prognostizierte und bereits spürbare Klimawandel, engere und neue Fruchtfolgen oder höhere gesetzliche Auflagen verlangen nach optimal angepassten, besonders leistungsfähigen Getreidesorten. Daneben wirken sich acker- und pflanzenbauliche Faktoren auf die Getreideerträge aus. Dazu zählen die Nutzung von Grenzstandorten, oder reduzierte Bodenbearbeitung und Düngung.
Die Zukunftsinvestitionen der Züchter in leistungsstarke, angepasste Getreidesorten werden durch die aktuelle Entwicklung beim Saatgut-
wechsel und durch die zu geringen Erlöse aus Nachbaugebühren begrenzt. Während Züchter sowie Vermehrungs- und VO-Betriebe sich um qualitativ hochwertiges Z-Saatgut bemühen, wird der Lohn ihres Engagements immer geringer. Getreideanbauer, die in Z-Saatgut als wichtigstes landwirtschaftliches Betriebsmittel investieren, tragen partnerschaftlich dazu bei, die derzeit gefährdete Wettbewerbsposition der deutschen Getreideerzeugung für die Zukunft zu stärken.
Warum setzen Sie Z-Saatgut ein?
"Ich erwarte garantierte Leistungen meines Saatgutes und trage die Lasten der Forschung und Entwicklung dafür gerne mit."
- Wilko Meyer
Fachartikel
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