Mit Züchtung gegen Ramularia bei Gerste

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Ramularia – ernstzunehmende Erkrankung bei Gerste

Deutschlandweit vor allem Intensivlagen betroffen. Artikel vom 12.09.2009

Ramularia-Blattflecken sind eine ernsthafte Bedrohung und können gute Erträge im Gersteanbau verhindern. Ausgehend von Süden befällt die Erkrankung inzwi-
schen deutschlandweit Intensivlagen. An der Entwick-
lung resistenter Sorten wird geforscht, derzeit müssen Fungizide Ertragsverlusten vorbeugen.

Die Geschichte der Ramularia-Blattflecken bei Gerste ist in Deutsch-
land noch vergleichweise jung: Die von dem Pilz Ramularia collo-
cygni verursachte Krankheit wurde hier 1994 erstmals entdeckt. Waren zunächst vor allem süddeutsche und besonders südbayer-
ische Lagen betroffen, tritt Ramularia seit ungefähr dem Jahr 2000 deutschlandweit auf.

Ertragsausfälle bis 25 Prozent
Stark gefährdet sind intensive Getreideanbauregionen – es zeigt sich die Tendenz, dass Gunstlagen mit hervorragenden Anbaubeding-
ungen oft auch den intensivsten Ramularia-Befall haben. Sehr starker Befall ist in Binnenlagen feststellbar, Ostdeutschland ist weniger stark betroffen, für die Küstenregionen wird ebenfalls eine schwäche-
re Gefährdung angenommen. Unbehandelt können die Ertragsausfälle durch Ramularia bei Sommergerste bis zu 25 Prozent betragen.

Rasante Entwicklung
Der Befall mit Ramularia zeigt sich an feinen dunklen Flecken auf den Blattoberseiten der Gerstenpflanzen. Später fließen die Flecken zu größeren dunklen, fast schwarzen Feldern zusammen. Ramularia-Blattflecken entwickeln sich rasant: Innerhalb von nur zwei Wochen können die Blätter komplett absterben. Die rapide Entwicklung ergibt sich aus den massenhaften Flecken und der Wirkung der entsprech-
enden toxischen Stoffe. Die Symptome des Ramularia-Befalls sind bei oberflächlicher Betrachtung nicht sehr typisch und können mit abiotischen Blattflecken verwechselt werden. Als Unterscheidungs-
kriterien der Ramularia-Blattflecken dienen ihre Begrenzung durch Blattadern sowie der Befall von Stängeln und Grannen.

Ramularia-Blattflecken (li.) und nicht-parasitäre Blattverbräunung (re.) im Vergleich

Resistenzzüchtung hilft
Wissenschaftler und Züchter arbeiten intensiv an der Entwicklung von Sorten mit geringerer Anfälligkeit für Ramularia. Ziel ist die Züchtung von resistenten Sorten. Bis diese Herausforderung erfolgreich bewäl-
tigt ist, kann den Ertragsverlusten zunächst nur mit Fungiziden vorgebeugt werden.

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