Hafer tut auf ganzer Linie gut
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Hafer tut auf ganzer Linie gut
Nutzen für Gesundheit und gute Aussichten für Landwirte. Artikel vom 22.11.2008
Seine historische Bedeutung hat der Hafer vor allem als Tierfutter – inzwischen hat die Anbaufläche mit dem Rückgang der Pferdehaltung stark abgenommen. In der nahen Zukunft könnte das nährreiche Getreide vor einer Renaissance stehen.
Seine historische Bedeutung hat der Hafer vor allem als Tierfutter – inzwischen hat die Anbaufläche mit dem Rückgang der Pferdehaltung stark abgenommen. In der nahen Zukunft könnte das nährreiche Getreide vor einer Renaissance stehen. Neue Erkenntnisse der Ernährungswissenschaft belegen den besonderen Wert von Hafer für die menschliche Ernährung. Geeignete Sorten stehen der Landwirt-
schaft schon heute zur Verfügung. An weiteren Innovationen arbeitet die Züchtung mit hoher Intensität.
Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts war Hafer als Pferdefutter der „Treibstoff“ der Landwirtschaft. Entsprechend groß war sein Anteil am gesamten Getreideanbau. Mit der zunehmenden Mechanisierung nach dem Zweiten Weltkrieg verlor das Futtermittel Hafer mengen-
mäßig an Bedeutung (aktuelle Erntemengen siehe Grafik). Unbe-
stritten bleibt sein Wert für die menschliche und tierische Ernährung.

Beta-Glucan verringert Krankheitsrisiko
Bereits in den 1960er-Jahren wurden gesundheitsfördernde Aspekte des Verzehrs von Hafer wissenschaftlich nachgewiesen. „Heute wissen wir aus klinischen Studien, dass das in Hafer enthaltene Beta-Glucan das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduziert“, sagt Dr. Steffen Beuch, deutscher Vertreter im International Oat Committee. „Bei regelmäßigem Verzehr senkt der lösliche Ballast-
stoff den Cholesterinspiegel und damit das Herzinfarktrisiko. Auch Bluthochdruck verringert sich.“ Zudem wurden in Hafer in jüngster Zeit weitere gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe wie Avenanthramide und Polyphenole identifiziert.
FDA bestätigt gesundheitsfördernde Wirkung
Die US-Lebensmittelbehörde FDA hat bereits 1997 die gesundheits-
fördernde Wirkung von Hafernahrungsmitteln bestätigt. Seither darf mit diesen Eigenschaften offiziell geworben werden – und getreide- und ballaststoffreiche Lebensmittel sind in Nordamerika und in Eu-
ropa vor dem Hintergrund von grassierenden Zivilisationskrank-
heiten ein echter Ernährungstrend.
Anforderung an den Hafer der Zukunft
Die Verarbeiter von Hafer benötigen hochwertige Rohstoffe, um auf diese veränderten Ernährungsgewohnheiten reagieren zu können. Die Haferschälmühlen fordern für Haferlebensmittel der Zukunft die Er-
höhung der Gehalte an Beta-Glucan und verdaulicher Rohfaser sowie die Verringerung des Fettgehalts. Außerdem sollten Antioxidantien und Phenolsäuren sowie die Konzentration erwünschter Inhaltsstoffe weiter erforscht werden. Zudem sind die Haferspelze als Beiprodukt der Schälmüllerei und als möglicher Grundstoff für die Papier- und Zellstoffindustrie von Belang. „In die gewünschten Richtungen wird bereits intensiv geforscht, erste Erfolge sind schon sichtbar“, sagt Steffen Beuch. „Geeignete Sorten stehen schon heute zur Verfügung. Wer dazu als Landwirt das notwendige Qualitätsbewusstsein ent-
wickelt und sich wie die skandinavischen Berufskollegen auf Vertragsanbau einlässt, kann mit Hafer gutes Geld verdienen.“


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