Globaler Klimawandel und Landwirtschaft
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Globaler Klimawandel und landwirtschaftliche Erfolgsaussichten
Die mitteleuropäische Landwirtschaft muss auf den Klimawandel reagieren. Artikel vom 12.11.2007
Dennoch werden getreidebasierte Pflänzenbausysteme bestehen bleiben. Die Pflanzenzüchtung hält Schritt mit der Klimaentwicklung und sorgt für optimal angepasste Sorten.
Spätestens mit dem diesjährigen Friedensnobelpreis für das Inter-
governmental Panel on Climate Change (IPCC) und den früheren US-Vizepräsidenten Al Gore rücken der globale Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Landwirtschaft in das allgemeine Bewusstsein. „Die Prognose des IPCC von ungefähr 4 Grad Celsius globaler Erwärmung für die nächsten 100 Jahre ist sehr solide“, sagt Prof. Olaf Christen vom Institut für Allgemeinen Pflanzenbau der Martin-Luther-Universität in Halle/Wittenberg. „Das bedeutet zukünftig mehr Winter und weniger Sommerniederschläge, gleichzeitig werden die Sommer heißer und trockener sein.“

Langer Bremsweg: Nur anfangs Vorteile durch veränderte Witterung
Die Landwirtschaft in Mitteleuropa kann zunächst gewisse Vorteile aus dem Klimawandel ziehen. „Der Bremsweg ist sehr lang“, erklärt Prof. Olaf Christen die langsam ablaufende Veränderung der Witter-
ungsbedingungen. Der höhere CO2-Gehalt in der Atmosphäre treibe den Stoffwechsel der Pflanzen an und mache sie trockenverträg-
licher. Außerdem entstünden durch mildere Winter längere Wachs-
tumsphasen. Allerdings seien die Effekte zeitlich stark begrenzt, betont Prof. Olaf Christen: „Der Klimawandel kann höchstens für einige Jahrzehnte und nur in Mitteleuropa Vorteile bringen.“

Globaler Klimawandel: In Europa verschieben sich die Anbau-
regionen.
Sichere Perspektiven durch leistungsfähige Getreidesorten
Wichtig für den Erfolg landwirtschaftlicher Betriebe wird in der an-
schließenden Phase wachsender Trockenheit die richtige Sorten- und Fruchtartwahl sein. „Falls die prognostizierten Szenarien ein-
treten, werden wir bei getreidebasierten Systemen bleiben“, so Prof. Olaf Christen. „Zu den bisher in Deutschland angebauten Fruchtarten kommen möglicherweise Hirsen und Soja hinzu, auch Winterhafer könnte zu einer Option werden.“ Gefordert sind Sorten mit hoher Leistungsfähigkeit bei Trockenheit und Hitze für die hiesige Tages-
lichtdauer. „Der Züchtungsfortschritt der vergangenen 100 Jahre war beachtlich. Die Pflanzenzüchtung wird auch die Herausforderung des Klimawandels bewältigen“, sagt Prof. Olaf Christen. Für mitteleuro-
päische Verhältnisse und die kommenden 50 bis 60 Jahre könne davon ausgegangen werden, dass die Züchtung von optimal ange-
passten Sorten mit den Folgen des Klimawandels Schritt halten und die Grundlage für langfristige Perspektiven der Landwirtschaft auch unter dramatisch veränderten Rahmenbedingungen schaffen wird.
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